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Werner Reinert

geb. 25. April 1922 in Saarbrücken, gest. 3. Febr. 1987 in Berlin

Foto des Autors vor einer Mauer mit Vintage Effekt

Foto: Dirk Bubel

Werner Reinert war ein saarländischer Lyriker und Prosaist, dem mit „Knaut“ 1963 ein eindringliches, formal avantgardistisches Werk gelang. Im Saar-Kampf der 1950er Jahre stand er auf Seiten der so genannten Ja-Sager und hat dies auch literarisch dokumentiert. In erster Linie war er ein Lyriker, für den Filmemacher Georg Bense ist Reinert „der vergessene, ignorierte, übergangene Dichter“.

Stichworte zu Reinerts Lebenslauf, wie ihn Klaus-Michael Mallmann im Nachwort zu Reinerts postum erschienener „versteckter Autobiografie“ „In diesem Land“ auch auf Grundlage eigener Recherchen dargestellt hat:

Werner Reinert (nicht verwandt mit Egon Reinert, Ministerpräsident des Saarlandes von 1957-59) stammt aus einer relativ wohlhabenden katholischen Kaufmannsfamilie in Saarbrücken-Burbach. Die Familie ist fromm und national gesinnt, aber nicht chauvinistisch. Ab 1932 besucht Reinert das Ludwigsgymnasium und schließt sich dem katholischen Jugendbund „Neu Deutschland“ (ND) an, dessen prominentestes Mitglied am Gymnasium Willi Graf ist, der als Hitler-Gegner 1943 hingerichtet wird. Das Abitur macht Werner Reinert 1940 während der Evakuierung in Hannoversch Münden. Nach dem Arbeitsdienst studiert er in Freiburg Germanistik, Philosophie und Geschichte, bis er zur Wehrmacht eingezogen wird. An der Ostfront erkrankt er an der Ruhr und wird mit einem der letzten Flugzeuge aus Stalingrad ausgeflogen. Nach der Verhaftung von Willi Graf hilft Reinert anderen Mitgliedern der Widerstandsgruppe Weiße Rose, belastendes Material zu beseitigen. Er selbst zieht sich zum Großvater nach Britten (Losheim) zurück, wo er sich schon als Kind gern aufgehalten hat. Von seiner Erkrankung genesen, wird er von der Wehrmacht nach Italien geschickt, wird bei Monte Cassino durch einen Lungensteckschuss verwundet und ringt mit dem Tod – wie Knaut.

Nach dem Krieg setzt Reinert sein Studium in Freiburg fort und promoviert 1948 mit einer Arbeit über den Sturm und Drang. Er arbeitet als Deutsch-Assistent an einem französischen Gymnasium, in St. Germain-en-Laye in der Region Île de France. Emil Straus, Kultusminister in der Regierung von Johannes Hoffmann, holt ihn als Referenten für Jugendfragen nach Saarbrücken. Als Straus 1952 Botschafter des Saarlandes in Paris wird, macht er Reinert zum Presseattaché. Die Niederlage der Befürworter des Saarstatuts 1955 weckt in ihm schlimme Befürchtungen hinsichtlich der weiteren politischen Entwicklung.

Reden für Röder

Seinen Verbleib im Staatdienst unter der neuen Regierung muss Reinert vor Gericht einklagen; zuletzt hat er den Rang eines Regierungsdirektors. Nach Recherchen von „Literaturland Saar“ versucht die neue Landesregierung schon bald nach der Saarabstimmung vom 23. Oktober 1955, bei der Reinert als Mitglied der Joho-Regierung und Jasager zum Saarstatur zu den Verlierern gehört, mit allen Mitteln, ihn loszuwerden. Ab dem 15. März 1956 wird er vom Dienst beurlaubt. Begründet wird dies mit einem schon seit Juni 1952 schwebenden Strafverfahren gegen Reinert wegen Vergehens nach § 175 StGB (Geschlechtsverkehr mit männlichen Personen unter 21 Jahren). In Mitteilungen an die Landesregierung spricht die Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang von einem „Verbrechen“ bzw. von „widernatürlicher Unzucht“. Im Dezember 1957 fällt der Regierung dann auf, dass der von ihr beurlaubte Reinert seit geraumer Zeit die vollen Dienstbezüge erhält, „ohne dass er irgendwie tätig ist“, und beschließt am 1. Februar 1958 seine sofortige Entlassung. Dagegen klagt Werner Reinert und erreicht im Februar 1959, dass das Saarbrücker Arbeitsgericht die Kündigung für unzulässig erklärt. Begründung der Richter: Es sei auch der Landesregierung bekannt, dass die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Saarbrücken durch Beschluss vom 20. Mai 1957 die Anordnung der Hauptverhandlung abgelehnt habe, weil nach ihrer Auffassung ein genügender Tatverdacht nicht vorlag. Gegen diesen Beschluss habe die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt, es sei aber mit einem baldigen Abschluss des Verfahrens zu rechnen. Deshalb sei es, sagen die Arbeitsrichter, eine sozial nicht vertretbare Härte, Werner Reinert jetzt fristlos zu entlassen.
Daraufhin wird nach einer Beschäftigungsmöglichkeit für Reinert gesucht. Finanz- und Kultusministerium lehnen es ab, ihn zu übernehmen. Schließlich landet er in Franz-Josef Röders Staatskanzlei. Wie das Strafverfahren nach § 175 ausgegangen ist, ließ sich nicht ermitteln. Auch später gibt es immer wieder Versuche, Reinert loszuwerden. Bei seinen eigenen Vorschlägen zu seiner Verwendung innerhalb der Landesregierung verweist Reinert auf seine Mitgliedschaft in der CDU.

Georg Bense beschreibt sein Auftreten bei einer Begegnung 1966 so: „Hornbrille, Haare zurückgekämmt. Weißes Hemd. Krawatte. Anzug. Steif.“ Als Referent für Öffentlichkeitsarbeit in der Staatskanzlei schreibt er Reden, Gruß- und Geleitworte für den saarländischen Kultusminister (1957-59) und späteren Ministerpräsidenten (1959-1979) Franz-Josef Röder. Zwischen beiden herrscht ein Nichtverhältnis, sie sollen in all den Jahren kaum ein Wort miteinander gewechselt haben. Seit den 1960 Jahren treten bei Reinert manisch-depressive Züge auf, die Vergangenheit holt ihn ein. 1972 heiratet er die Künstlerin und Ballettmeisterin Colette Tourrenc, die am französischen Generalkonsulat in Saarbrücken beschäftigt ist. 1976 lässt er sich aus gesundheitlichen Gründen pensionieren und zieht 1977 mit seiner Frau ins südfranzösische Castillon-du-Gard.  Dem Saarbrücker Filmemacher Georg Bense sagt er: „Ich bin hier in Südfrankreich einfach viel gelassener, viel freier geworden, als ich das im Saarland in den letzten Jahren war.“ 1983 ziehen sie nach Marrakesch. Von dort schreibt er an den saarländischen Schriftstellerkollegen Hans Bernhard Schiff: „Ich habe Lust am Schreiben und weniger Leiden daran als früher.“ Anfang 1987 kommt Reinert nach Berlin ins Krankenhaus und stirbt bald darauf an Darmkrebs. Er ist auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf begraben.

Klaus-Michael Mallmann schreibt über Werner Reinert: „Das hohe Maß an Dickfelligkeit, das die bundesrepublikanische Gesellschaft zum Wiederaufbau beflügelte, die Fähigkeit zur Verdrängung, die Negation der eigenen Verstrickung, die Zurückweisung von Schuld, die Ausblendung der Vergangenheit, die Gleichsetzung von 1945 mit einer Stunde Null – all dies war Werner Reinert fremd. […] Es war diese Unfähigkeit zur Verdrängung, die ihn sensibel und schöpferisch machte, die aber auch zunehmend an seinem Lebensnerv zehrte.“

Das Vorwort des von ihm im Auftrag der Staatskanzlei zusammengestellten Fotobands „Das Saarland“, in dem der bestallte Öffentlichkeitsarbeiter statt des Dichters Werner Reinert spricht, klingt versöhnlich: „Als Stätte, an der sich Deutsche und Franzosen besonders gern treffen, hat das Saarland beispielhaft gezeigt, dass politische Streitfälle vernünftig und menschlich geregelt und aus Feinden Partner werden können.“ Die dem Leben zugewandte Mentalität des Saarländers sieht er im Ausspruch eines alten Bauern trefflich zusammengefasst: „Dieser moselfränkische Bauer lief im letzten Krieg mit seiner Frau bei einsetzendem Granatfeuer, so gut er konnte, von seinem Haus über einen Wiesenpfad zum schützenden Felsenkeller. Eine Granate zischte heran. Bauer und Bäuerin warfen sich zu Boden. Plötzlich sagte der alte Bauer: „Lou mo, Greijt, wie scheijn hei et Gras wööst.“ Auf Hochdeutsch: „Sieh mal, Gret, wie schön hier das Gras wächst.“

Verarbeitung des Grauens

Während seiner Zeit im Staatsdienst tritt Werner Reinert als Schriftsteller hervor, und sein erstes Buch, „Knaut“, erscheint beim renommierten Verlag Kiepenheuer & Witsch in Köln. Viel beachtet ist auch sein zweites Buch, der Gedichtband „halte den tag an das ohr“, beim ebenfalls angesehenen Münchner Piper-Verlag. Aber schon der zweite Gedichtband findet nur noch einen kleineren Verlag. Seit 1970 veröffentlicht Reinert in Zusammenarbeit mit saarländischen Künstlern – meist mit Aloys Ohlmann – insgesamt acht Mappenwerke, zahlreiche Gedichte erscheinen in Anthologien und Zeitschriften.

Sein Roman zur Saarabstimmung 1955 kommt in einem saarländischen Verlag heraus. Als sein stark autobiografisch geprägtes Buch „In diesem Land“ erscheint, ist Reinert schon tot. 2004 unternehmen zwei Saarländer den verdienstvollen Versuch einer Gesamtausgabe von Reinerts Lyrik.

Als Autor von „Knaut“ und als Lyriker erfährt Werner Reinert Anerkennung durch die Fachwelt. Aber die breite Anerkennung bleibt ihm versagt, Preise bekommt er nicht. Hermann Gätje meint, zum einen habe das an seiner introvertierten Persönlichkeit gelegen, die es ihm erschwert habe, sich durch eine offensive Selbstdarstellung in der Literaturszene zu lancieren; zum anderen habe es Lyrik immer schwer.

Reinerts bedeutendstes Buch ist „Knaut“, 1963 zuerst erschienen, 1995 von Ralph Schock neu herausgegeben. Für Klaus-Michael Mallmann ist es „ein Stück große deutsche Prosa“, „gültige Verarbeitung der Grauen des Krieges“, zu Unrecht im Literaturbetrieb untergegangen, auf seine Entdeckung wartend. Das Buch trägt keine Gattungsbezeichnung, es fällt nicht unter die gängigen Begriffe. Ralph Schocks vorsichtiger Versuch einer Einordnung: „Am ehesten vielleicht Sprech- oder Lesestücke, beziehungsweise Fragmente, doch bliebe damit die formale Strenge in der Abfolge der Texte ebenso unberücksichtigt wie die Varianz der Textsorten.“ „Knaut“ ist der Name eines verwundeten Soldaten, der im Fortgang des Buches stirbt. Der Text ist geprägt von einer intensiven Stimmung der Angst und Beklemmung und spiegelt wohl das Kriegstrauma seines Verfassers. Neben der alptraumartigen Erfahrung des Krieges berichten andere Stränge des Buches von Kindheit und Jugend des Mannes aus der Sicht ihm nicht wohlmeinender Dritter. Andere Blöcke tragen Titel wie „Kinderkram“, „Zwischenfälle“ oder „Im Tornister Aischylos“. Schock macht darauf aufmerksam, dass „Knaut“ sich durch zahlreiche Hinweise zeitlich und örtlich fixieren lasse und dass sich genaue Übereinstimmungen zwischen Knauts und Werner Reinerts Biografie ergeben.

Arnfrid Astel, noch in Heidelberg, erläutert 1963 in den „Neuen Deutschen Heften“ den Sinn der komplizierten Struktur des Buches: „Weil er durch diese stilistische Unordnung der wirklichen Natur unserer Erinnerung näherkommt, in der die einzelnen Bilder auch eher in einem zyklischen Kreis, einer Art Gleichzeitigkeit auftauchen, und nicht in einem folgerichtigen Nacheinander. So verlangt das Detail eine größere Beachtung, der Reinert durch Zurückhaltung gerecht wird, wodurch das Ganze eine höhere Vollkommenheit erreicht.“

Verdeckte Autobiographie

Das Cover zeigt eine schwarz weiß Zeichnung mit roter Schrift des titels

„Der Dicke muss Weg“-Buchcover

Der Roman „Der Dicke muss weg“ ist eher ein Zeitdokument als ein literarisches Kunstwerk. Der Titel des Romans ist Zitat der Parole der Nein-Sager beim Kampf um die Saarabstimmung 1955, gemünzt auf Ministerpräsident Johannes Hoffmann. Reinert hat den Text 1956, emotional noch ganz im Abstimmungskampf verstrickt, geschrieben und 1980 in einer mit ihm abgestimmten Bearbeitung von Klaus-Michael Mallmann erscheinen lassen.

Am Manuskript von „In diesem Land“, seiner – wie Klaus-Michael Mallmann es nennt – „verdeckten Autobiographie“, hat Reinert bis kurz vor seinem Tod gearbeitet. Das Werk ist, von Mallmann bearbeitet, postum erschienen. Sein Held ist der junge Alex, dessen Leben vom Jahr 1931 an erzählt wird, als er die Sommerferien bei den Großeltern auf dem Land, im Dorf Walden (= Britten bei Losheim) verbringt. Geschildert wird eine heile Familienwelt, ins Hochdeutsch des Erzählers sind wie selbstverständlich Ausdrücke aus dem moselfränkischen Dialekt eingestreut (maien für schwatzen, Klunsch für Schaukel, Botschamper [pot de chambre] für Nachttopf etc.) und vermitteln ein Gefühl von Authentizität und Heimeligkeit. Aber auch hier gibt es, zwei Jahre vor der Machtübernahme im Reich, vier Jahre vor dem Anschluss-Votum des Saargebietes, düstere Anzeichen für das Heraufkommen des Nationalsozialismus. Das Zweite Buch begleitet Alex bei seiner Familie in Saarbrücken-Burbach, dem Übergang ins Ludwigsgymnasium, seinen Religionszweifeln, seiner Mitgliedschaft im Bund Neudeutschland (ND), dem Zwangseintritt in die Hitlerjugend. Das Buch endet mit der ersten Evakuierung 1939. Als Lehrer am Ludwigsgymnasium taucht kurz (Seite 180) ein gewisser Teut auf, mit dem wohl Karl Christian Müller alias Teut Ansolt gemeint ist. Nahezu systematisch wird Alex in jedem Kapitel direkter oder indirekter Zeuge der Zeitgeschichte: Reichstagsbrand, Heilig-Rock-Ausstellung in Trier, Kundgebung „Zur Heimkehr des Saarlandes“ am Niederwalddenkmal bei Rüdesheim, Saarabstimmung vom 13. Januar 1835, Rede Hitlers vorm Saarbrücker Rathaus,  Olympische Spiele in Berlin, Inhaftierung von ND-Mitgliedern, zunehmende Diskriminierung der Juden bis zu ihrem Abtransport in die Lager, erste Anzeichen des Krieges.

Auch der Himmel ist anders

Trotz dieser und anderer kleiner Prosaveröffentlichungen ist Reinert genuin ein Lyriker. Die Gedichte in „halte den tag an das ohr“ sind geprägt von Gefühlen der Bedrohung („finsternis erstickt den tag“) und dunklen Ahnung („gefahr schläft / unter taubenflügeln“). Durchgehende Motive sind die Nacht, das Schweigen, Steine, die Farbe Schwarz. Beim Blick nach Westen („Fensterblick“) sieht er in der Schwärze des Abends das Kreuz von Spichern, das den Himmel teilt. In „Jahrgang 1922“ heißt es in Erinnerung an den Krieg: „wir sind ein verlorener haufen“.

Im mehr als ein Jahrzehnt später erschienen Band „Steinkreis“ herrschen immer noch das Motiv des Todes und die Metapher der Nacht – aber es gibt auch Aufhellungen in den seiner Frau Colette gewidmeten Gedichten: „Du brachtest Worte mit / die den Schlaf der Steine kannten…“ Das Erlebnis des Südens stimmt ihn fast heiter: „Auch der Himmel ist anders…“ Der Beschwörung des Schrecks folgt gelegentlich ein „doch“. Ein Gedicht trägt den Titel „Grabstein für Willi Graf“.

2004 erscheint im Gollenstein-Verlag ein von Dirk Bubel und Hermann Gätje herausgegebenes rund 400seitiges Kompendium mit Gedichten („Einmal war die Erde Ohr“), das viel mehr umfasst als die beiden zu Lebzeiten Reinerts veröffentlichten Gedichtbände, nämlich auch verstreut publizierte und unveröffentlichte Gedichte. Die ursprünglich geplante Veröffentlichung des lyrischen Gesamtwerkes erschien den Herausgebern für eine sogenannte Lese- statt einer wissenschaftlichen Ausgabe nicht praktikabel, die vorliegende Edition umfasst aber immerhin gut 90 Prozent der vorhandenen Texte. So lernt man frühe Gedichte von Reinert kennen, in denen ein religiös motivierter innerer Widerstand gegen das NS-Regime lyrisch verschlüsselt wird. Die Gedichte von Reinerts Lyrikbänden werden hier noch einmal abgedruckt. Es gibt Gedichte zum Thema Krieg, zum Tod, zur Mythologie Afrikas, auch zum Tanz, für den der Autor sich gemeinsam mit seiner Frau Colette interessierte. In anderen Kapiteln lernt man Reinert als kabarettistisch-humoresken Lyriker und als Zeitkritiker kennen. Zu den zu Lebzeiten Reinerts nicht veröffentlichten Gedichten gehört „Satan an der Saar“, worin er sich satirisch auf die Neinsager beim Abstimmungskampf 1955 bezieht. Als Sprachspieler ist Reinert, wie der junge Ludwig Harig, geprägt von Max Benses Stuttgarter Schule. Manche Gedichte erscheinen hermetisch und sind schwer zu entschlüsseln. Ganz im Zeichen Marokkos steht eine Gruppe von Gedichten, die als eigener Gedichtband in einer deutsch-französisch-arabischen Ausgabe hätten erscheinen sollen.

Im Nachwort zu „Einmal war die Erde Ohr“ schreibt Hermann Gätje, es falle schwer, die Vielzahl von Reinerts Gedichten zusammenfassend zu charakterisieren, man könne ihn nicht einer bestimmten Stilrichtung zuordnen. Doch zeige gerade die Vielfalt seine enorme Bandbreite und seine außergewöhnliche Fertigkeit. Die Dichterin Nelly Sachs sah ein Wesensmerkmal „in ihrer oft fast betäubenden Einfachheit und blitzgezeichneten Verkürzung“.

Torsten Mergen hat in seiner Dissertation über den Saarbrücker Dichter Karl Christian Müller einige Gedichte Reinerts als bewussten kritischen Gegenentwurf zu Gedichten Müllers gedeutet

Leider ist es nicht möglich, an dieser Stelle einen zusammenhängenden Text, einen O-Ton des Autors, einen Film über ihn oder einen Ausschnitt aus der SR-Hörfunkinszenierung von „Knaut“ zu veröffentlichen, da dies von der Witwe als Inhaberin der Urheberrechte aus uns nicht bekannten Gründen verweigert wird. (RP)