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Werner Meiser

geb. 13.Aug. 1923 in Altenwald, gest. 23.Mai 1963

dunkles schwarz weiß Portrait des Autors

Foto: Stadtarchiv Sulzbach

Sohn eines Bergmanns. 1935-1939 Gymnasium in Sulzbach, 1939-1941 Handelsschule, Arbeitsdienst, Luftwaffe, 1944 amerikanische Gefangenschaft, 1946 entlassen. Freier Mitarbeiter bei Radio Saarbrücken, Redakteur bei Funkillustrierte TELE. 1951 bis 1955 für Saarbrücker Ost-West-Verlag in Paris, ab 1956 Antiquitätenhändler in Paris. 1962 krankheitshalber Rückkehr ins Saarland.

Zwei Schaffensphasen: Während der Zeit im Saarland impressionistische Gedichte und Übersetzung von französischer Lyrik, Prosawerk „Interview mit einem Zauberer“ (fiktives Gespräch mit Jean Cocteau). Ab 1956 in Paris „die Zeit des expressionistischen Aus-sich-Herausgehens“ (Hans Bernhard Schiff), Städte-Gedichte, unvollendeter Kurzroman „Zwischen zwei Stühlen“ über seine Begegnungen mit Pariser Clochards.

Den Dichter beschreibt Meiser als „Außenseiter“: „Das Geschehen des Tages geht an ihm vorüber, wie das Fließband an einem Arbeiter – was für ihn zählt, sind die Endprodukte, der Markstein für das Kommende, bei dem die Masse zurücksteht.“

Unter dem Namen Ren firmiert Meiser in Heinz Dieckmanns „Narrenschaukel“. Dort wird er als schwer kranker Alkoholiker geschildert, der in einer heruntergekommenen Wohnung in Paris haust und einen Stand auf dem Flohmarkt hat. Ohne den Alkohol, heißt es in dem Buch, hätte er ein Unsterblicher werden können. Nach Rens Tod im Saarland findet Dieckmanns Protagonist expressionistisch geprägte Gedichte, die Ren in seiner Pariser Wohnung hinter den Bildern auf die Tapete geschrieben hat. (RP)
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