Klaas Huizing

geb. 14. Oktober 1958 in Nordhorn (Niedersachsen)

Portrait

Klaas Huizing ist ein evangelischer Theologe und Schriftsteller, der sich im Saarland publizistisch engagiert.

Huizing hat in Würzburg einen Lehrstuhl für Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen inne, 2007 übernimmt er in Saarbrücken die Gründungs-Chefredaktion des regionalen Kulturmagazins „Opus“, seit 2015 ist er Herausgeber.

Er besitzt den doppelten Doktortitel, in Philosophie und in Theologie. Habilitation 1993 in Theologie.

Neben theologischen Fachbüchern veröffentlicht Huizing auch zahlreiche Romane. 2008 erscheint sein Roman „In Schrebers Garten“ über Paul Schreber, Sohn von Moritz Schreber, Erfinder des Schrebergartens, weltberühmter Orthopäde und fürchterlicher Erzieher. Eine Bühnenbearbeitung des Autors kommt im Februar 2011 zur Uraufführung im Großen Haus des Saarländischen Staatstheaters und im Mainkranken-Theater Würzburg (Regie Bernhard Stengele). Auf die Interviewfrage, wie man sich die Umwandlung eines Romans in ein Bühnenstück vorstellen muss, hat er geantwortet: „Das war sehr einfach, weil ich auch in den Romanen szenisch schreibe. Ich muss also nur Szenenfolgen neu arrangieren.“

Nach seinen Veröffentlichungen in großen überregionalen Verlagen bringt Huizing 2014 im saarländischen Gollenstein-Verlag den Roman „Bruderland“ heraus, das Psychogramm einer Familie.

Auf der Homepage der Universität Würzburg findet sich ein Interview mit dem Autor und Wissenschaftler unter der Überschrift „Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing –  Ein origineller Kopf“. Auszug:

Zuerst einmal, Herr Huizing, was meinen Sie zu der Bewertung „origineller Kopf“?
„Wahrscheinlich meint man meine Haartracht, eine Mischung aus Herman van Veen und Nick Cave. (Mit leichter Anspielung auf frühe Jesusdarstellungen.) Originalität ist eher ein Mythos. Originell ist, wer am besten klaut.“

Herr Huizing, Sie schreiben in Ihrem Buch „Der Buchtrinker“, das Wort „hurtig“ sei heutzutage ein wenig benutzter Begriff. Ihre Veröffentlichung von Büchern im Rhythmus von etwa ein bis drei Jahren lässt aus meiner Sicht eine gewisse Nähe zum Begriff „hurtig“ spüren. Wie schaffen Sie diesen Rhythmus neben Ihrer Tätigkeit an der Universität?
„Ich bin extrem gut organisiert, habe noch nie an einem Writers Block gelitten, benötige wenig Schlaf, habe die eisernen Nerven meiner Mutter und die calvinistischen Arbeitsgene meines Vaters. Ich bin ein glücklicher melting pot.“

Zu welchem Ihrer Bücher hegen Sie persönlich die größte Nähe?
„Der Kant-Roman ist mir sehr lieb, weil mir hier die Melange aus Schelmenroman und Philosophie besonders viel Spaß gemacht hat. Und dann natürlich ‚In Schrebers Garten’, die Hauptfigur ist in jeder Hinsicht verrückt. Da fühle ich mich sehr zu Hause. Ich fürchte, ich kann mich besonders gut in verstiegene und ‚verrückte’ Figuren einfühlen.“   

(RP)