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Hans Guido Klinkner

geb. 1934 in Quierschied, lebt (seit 1965) in St. Ingbert

Der studierte Bergmann Hans Guido Klinkner komprimiert Impressionen von Reisen und Wanderungen in seinen Gedichten.

In Sulzbach aufgewachsen, studierte Hans Guido Klinkner Bergbau und promovierte an der Rheinisch-Westfälischen Hochschule Aachen. „Untersuchungen über den Einfluss von hygroskopischen Salzpasten auf die Ablagerung von lungengängigen Stäuben im Steinkohlenbergbau“ lautete das Thema seiner Dissertation 1963. Zuletzt war er als Direktor der Hauptabteilung Sicherheit und Arbeitsschutz bei den Saarbergwerken beschäftigt. Mit Eintritt in den Ruhestand wandte er sich zusehends der Lyrik zu. Vornehmlich Impressionen, die er auf Reisen oder Ausflügen gesammelt hat, aber auch regionale Motive sind der Stoff für seine Gedichte. Bergbau und Bergleute, nicht zuletzt initiiert durch seine Forschungs- und beruflichen Tätigkeiten, Beobachtungen aus den verschiedenen Jahreszeiten, Begegnungen mit Menschen und ihrer Lebensgeschichte, geografische Erfahrungen und politische Begebenheiten, mit zuweilen prophetischem Blick gesehen, sind weitere der von ihm verarbeiteten Sujets. Zudem schreibt Hans Guido Klinkner Aphorismen und Kurzgeschichten.

Eine Auswahl seiner Gedichte wurde 2016 von dem emeritierten Saarbrücker Literaturwissenschaftler Prof. Gerhard Sauder unter dem Titel „Wege der Erinnerung – Gedichte und Reiseimpressionen“ herausgegeben. Sauder kommentiert darin auch das Schaffen des Dichters: „Der Autor ist in einem philosophischen Sinne ein seine Umwelt kritisch befragender, aber auch dankbar bestaunender Mensch. Seine Erfahrungen auf Reisen und Wanderungen, die er – getrieben von einer unbändigen Reiselust – gesammelt hat, sind der ‚Stoff‘, aus dem viele seiner Texte – aber nicht alle! – geformt wurden. Bei seinen Blicken auf die eigene Lebensspur kommen ihm eine ungewöhnliche Beobachtungsgabe, ein scharfer Blick für das Nahe, aber auch Weitblick zu Hilfe.“ ZITAT

Besondere Aufmerksamkeit erhielt Hans Guido Klinkner für sein Gedicht „Mazurka“ (1997), in dem er an seinen Großvater erinnert, der sich vom Sterbebett aufrafft, seinen besten Anzug anzieht, noch einmal die Geige spielt und dann den Tod erwartet.

Für sein literarisches Schaffen erhielt Hans-Guido Klinkner die „Anerkennungsurkunde für hochrangige Poesie“ der in Ungarn erscheinenden Literaturzeitschrift „KisLant“ (2009). Er ist Mitglied des St. Ingberter Literaturforums (ILF), der Literarischen Gesellschaft Melusine Saar-Lor-Lux-Elsass e. V., des Freien Deutschen Autorenverbandes und der Association „Les Amis de la Revue Alsacienne de Littérature“. Gedichte von ihm sind in mehrere Sprachen übersetzt und auch vertont worden. (MB)