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Nonnweiler-Otzenhausen

 

Der Ring

Keltischer Ringwall. Foto: Wolfgang Staudt

Das imposanteste, großartigste, gewaltigste Denkmal der deutschen Vorgeschichte überhaupt. Ein Werk, das alle gewohnten Dimensionen sprengt (Rudolf Pörtner, 1961).

Ein Kilometer nördlich von Otzenhausen erhob sich auf dem Dollberg die bedeutendste, im ersten Jahrhundert v. Chr. erbaute Höhenbefestigung des Saarlandes, der Hunnenring. 23 bis 25 Kubikmeter Mauerwerk schirmten hier ein Areal von etwa 18 Hektar ab. Der Wallring zieht als eine Krone über den Berg,/kein Gold,/kostbarer wohl waren im Krieg/derzeit die Steine (Johannes Kühn).

Grabungen und Funde bezeugen innerhalb des Rings eine zumindest zeitweilige Besiedlung. Einen “Vorgängerbau“ gab es, wie Nekropolen und keltische Fürstengräber im Umkreis, bereits im 5./4. Jahrhundert. Als die Römer kamen, hatten die Treverer die Festung bereits verlassen. Sie erbauten oben einen kleinen Umgangstempel für Diana, ihre Göttin der Jagd. Eine Zufluchtsstätte blieb der Ring indes noch über Jahrhunderte.

Keltendorf

„Der Ring“ bekam den Namen “Hunnenring” erst. zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Sage bringt ihn mit Hunnenkönig Attila (gest. 453) und seinem “goldenen Wagen” in Verbindung. Für die Schatzsucher war “Gold kostbarer wohl” als Steine. Karl Lohmeyer ® ZITAT

Exkurs: goldener Wagen

Der “goldene Wagen” ist im St. Wendeler Land ein gängiges Sagenmotiv. Er wurde dem Spiemont, dem Momerich, dem Schaumberg und anderen Höhenrücken, auch dem Wareswald etc. angedichtet. Sein Kennzeichen ist allerorts die Deichsel, so nahe an der Oberfläche, dass ein Hahn sie  freischarren kann.

Kern der Wandersage dürften die prächtig ausgestatteten Fürstengräber der keltischen Oberschicht aus der Frühlatènezeit (etwa zwischen 480 und 250) sein, deren wichtigstes Statussymbol ein Streitwagen war. Und die, wenn auch allesamt in Tallage, so doch in unmittelbarer Nähe der sagenhaften “goldenen Kutschen”, von Archäologen ausgegraben wurden.

Die Sage rafft die Zeit und spricht die “goldne Schees” allesamt Rixius Varus zu, einem gefürchteten Wiedergänger aus der römischen Kaiserzeit: am Hunnenring löst ihn König Attila ab.

Das Aussehen dieser Streitwagen (“einer keltischen Spezialität”) schildert ein Grabungsbericht vom “Fuchshübel”, einem Wagengrab bei ® Tholey-Theley. Wie sie gehandhabt wurden: Ja, sie laufen sogar über die Deichsel und stellen sich auf das Joch der Pferde…), das erzählt Caesar (102 bis 44) im vierten Buch seines “De Bello Gallico“ (Reclam 1012). (Cäsar hatte die Streitwagen in Britannien kennen gelernt, in Gallien waren sie seinerzeit nicht mehr in Gebrauch.)

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