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Gustav-Regler-Weg

Panoramabild vom Weg auf ein Feld. Im Vordergrund ist links ein nach oben gewölbter Stein zu sehen.Die Strecke führt etwa acht Kilometer über den Saargau, von Launstroff nach Scheuerwald auf französischer und von Büdingen über Wellingen nach Büschdorf auf deutscher Seite. Büdingen und Wellingen sind Stadtteile von Merzig, Büschdorf ist Ortsteil der Gemeinde Perl. Die Dörfer liegen unten im Tal, zum Gustav-Regler-Weg muss man über asphaltierte Feldwirtschaftswege hinauf auf die Höhe.
Nahaufnahme eines Wegweiserschilds an einem BaumEine Markierung des Saarwald-Vereins – rotes Kreuz neben rotem, diagonal verlaufendem Band auf weißem Grund – zeigt, wo es lang geht. 32 Skulpturen (französisch „Menhirs de l’Europe“) säumen den Weg.  Sie stehen hier, seit der im Merziger Stadtteil Bietzen-Harlingen lebende Bildhauer Paul Schneider 1986 zum Symposion „Steine an der Grenze“ eingeladen hatte. 32 Künstler aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz nahmen damals und in den Folgejahren teil. Eine Informationstafel auf der Höhe über Büdingen nennt ihre Namen.  An den Skulpturen selbst informieren Metalltafeln über den Titel des Werkes und den Namen des Künstlers oder der Künstlerin. Aber etliche Tafeln sind schon abgerissen – offensichtlich gestohlen.

Ein Pyramidenähnlicher Stein

Stein des Inititators Paul Schneider

Was die „Steine an der Grenze“ mit Gustav Regler (1898 – 1963) zu tun haben, erschließt sich nicht ohne weiteres. In der Ortsmitte von Büdingen erwähnt eine Informationstafel immerhin, dass dieser Abschnitt der Skulpturenstraße nach Gustav Regler benannt ist. Für die Wanderer, die zuvor auf den Spuren des Schriftstellers in Merzig unterwegs waren, ist alles klar. Aber nicht für Gäste, die nur wandern und den Namen des Schriftstellers womöglich gar nicht kennen. In seiner Autobiographie „Das Ohr des Malchus“ (1958) erzählt der gebürtige Merziger von den Spaziergängen der drei Regler-Kinder mit dem Vater dorthin, „wo es keine Geographie mehr gab“, „zur alten vielumstrittenen Grenze zwischen Deutschland und Frankreich“, ins „Niemandsland“, wo die Äpfel auf den Streuobstwiesen ebenso deutsch wie französisch waren. (ZITAT in Artikel Gustav Regler) Hier oben scheint es ganz logisch zu sein, dass Gustav Regler sich selbst als „Sohn aus Niemandsland“ bezeichnete.

Wie auch immer: Der Gustav Regler Weg entlang der „Steine an der Grenze“ ist einer der schönsten Orte im Saarland. Der weite Himmel, die Äcker diesseits und jenseits des Pfades, der Blick ins Lothringer Land und auf die Hügellandschaft um Merzig, die Stille. Die Windräder stören nicht wirklich. Sie mahnen eher: dass durch Umwandlung des Nahrungsspenders Ackerland  ins  Spekulationsobjekt Energiequelle die Welt aus den Fugen geraten könnte.  (IP)

Zwei Steinplatten sind gegeneinander gestellt und ergeben ein Zelt. Darunter steht ein weiterer kleinerer SteinHoher stehender rechteckiger Stein mit Inschrift