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Manfred Kelleter

geb. 24. Mai 1934 in St. Ingbert, wo er heute auch lebt

Versierte, einfühlsame Lyrik in Mundart wie auch in Hochsprache ist das Metier von Manfred Kelleter.

„Moler ben ich on Poet, on kann kreadief gestalde, kann beim Mole wie beim Schreiwe mich ganz wonnerbar entfalde“: Mit diesen Worten porträtiert Manfred Kelleter sich und seine Schaffensweise selbst. Inspirationen für seine Gedichte und Bilder findet er in seiner Heimatstadt St. Ingbert und deren Umgebung, vor allem in der Landschaft und den Dörfern des Bliesgaus.

Arbeitete er nach seiner Schulausbildung als Maschinenbautechniker, Konstrukteur und Werbefachmann, so sind ihm nicht nur seit dem Eintritt in den Ruhestand Malerei und Lyrik stete Wegbegleitung. Vor allem die Entwicklung von St. Ingbert ist ein Thema, das er in seinen Gedichten häufig behandelt – als Chronist beispielsweise des Niedergangs der traditionellen Schlüsselindustrien Bergbau, Stahl und Glas. Gedichte wie „Die Schmelz en Dengmert macht’s Walzwerk zu“ oder „De ledschde Schmelzer Schorschde fallt“ (1981) beschreiben eindrucksvoll, einfühlsam und nicht ohne unkritische Untertöne das Ende dieser Epoche, durch welche die Stadt ihr bis heute gültiges Gepräge erhalten hatte.

Erinnerungen an Kindheit und Jugend, aber auch besondere Ereignisse macht Manfred Kelleter in der lokalen Spielart der rheinpfälzischen Mundart wie in Hochsprache zu Inhalten seiner Gedichte: In „Es esch soweit: De Hoon esch droff“ (2011) lässt er beispielsweise den Wiederaufbau der 2007 abgebrannten Kirche St. Josef Revue passieren. ZITAT

In „Rotbuchentod am Elsterstein“ (2014) skizziert er die Fällung eines alten, knorrigen Baumes aus dem Arboretum des ehemaligen Schlossparks. Spaziergänge in der Natur sowie Ausflüge speziell in die reizvolle Landschaft des Bliesgaus sind für ihn ein regelrechtes Füllhorn von Anregungen und Ideen, aus dem er ideenreich und kreativ seine Sujets wählt. Bekannte Attraktionen, aber auch versteckte Kleinode am Wegesrand, nicht zuletzt oft auch idyllische Ortschaften sind die Motive in seinen Gedichten. Dabei hat Manfred Kelleter stets „ein paar Zettelchen dabei, damit mir die Formulierungen nicht entschwinden, denn die kommen nur einmal“. Und es sei schwer, Worte zurückzuholen. „Ich versuche sie dann so treffend und kurz wie möglich auszudrücken“, skizziert er seine Arbeitsweise, die quasi die literarische Variante der impressionistischen Malerei ist.

Mehrfach hat Manfred Kelleter erste Preise beim Saarländischen Mundartwettbewerb gewonnen, 1996 wurde er mit dem „Goldenen Schnawwel“ des Saarländischen Rundfunks ausgezeichnet. Manfred Kelleter ist Mitglied im Mundarting Saar e.V., einer Organisation zur Pflege der Mundarten im Saarland. (MB)