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Johann Anton Joseph Hansen

geb. 10. Juli 1801 in Quiddelbach bei Adenau (Eifel), gest. 3. Mai 1875 in Ottweiler

Gemälde von Inge Müller-Luxenburger

Katholischer Priester, Politiker, Historiker und Publizist, der während seiner Lebensphasen in der Saarregion dort nachhaltige Spuren hinterließ.

Studierte Philosophie in Köln, Geologie in Bonn, Theologie in Trier, wo er 1825 zum Priester geweiht wurde. Nach einer Zwischenstation als Kaplan in Mayen ab 1826 mit verschiedenen Aufgaben im Bistum Trier betraut; schloss sich 1828 der innerkirchlichen Reformbewegung an, aus der er sich allerdings 1832 auf Drängen des Bischofs zurückzog. Im selben Jahr wurde Hansen nach Lisdorf versetzt, wo er eine Pfarrstelle übernahm. 1838 wechselte er nach Ottweiler, wo er als Pfarrer und Schulinspektor fortan vielfältige Aktionen anstieß, u. a. den ersten Borromäusverein an der Saar gründete, landeskundliche Schriften verfasste. Nicht von ungefähr wurde er vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet.

1848 wurde er als Vertreter des Wahlkreises Ottweiler Mitglied der preußischen Nationalversammlung, im Jahr darauf Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. Anfangs der radikalen Linken angehörig, näherte sich Hansen allmählich gemäßigteren Positionen.

Unterstützte die heimische Bergarbeiterbewegung, indem er 1855/56 in Ottweiler die „St. Barbara-Bruderschaft für Berg- und Hüttenleute“, vier Jahre später am gleichen Ort den ersten Knappenverein an der Saar gründete. Für die Bruderschaft stellte Hansen ein eigenes Gebetbuch („Glück auf in Christo Jesu!“) zusammen, das bis 1914 in mehreren Auflagen erschien. Die Erstauflage gilt als Rarität!

Hansen hatte sich nach den entmutigenden Erfahrungen während der gescheiterten 48er-Revolution aus der aktiven Politik zurückgezogen, konzentrierte sich nunmehr auf die Seelsorge und landeskundliche Studien. (RS)