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Felicitas Frischmuth

geb. 2. Okt. 1930 in Berlin, gest. 12. Aug. 2009 in St. Wendel; dort auch ihr Grab

Foto der Autorin während Sie im Rollstuhl sitzt und ein Buch durchblättert

Foto: Privat

“Keine bequeme Autorin – bei der man ausruhen kann” (Hanns Grössel, 1977).
“Felicitas Frischmuth reiht die Wörter nicht strikt, blind eingeübt nach dem Prinzip fortlaufender Syntax, sondern sie fädelt Sprachketten assoziativ in brüsker Reihenfolge” (Christina Weiss, 1985).

Der Vater war Eisenbahner, die Mutter Hausfrau. Die Tochter ging aufs Gymnasium, studierte Philologie und Philosophie in Frankfurt a. M., Mitte der 1950er Jahre in München. Dort lernte die Stud. Phil. den Studienstiftler der Kunstakademie Leo Kornbrust kennen und begleitete ihn zu Studienaufenthalten nach Paris und Rom. 1958 Heirat, wenig später Einzug in Leos Elternhaus An der Damra in St. Wendel. Felicitas Frischmuth beginnt zu schreiben.

Ihr erstes Buch “Papiertraum”, mit Gedichten aus den Jahren 1963 bis 1975, kam 1977 heraus. In einer Widmung berichtet Fee über die Buchvorstellung am 27. Mai: “…ich habe auch neue Texte gelesen, die zum Teil etwas schockiert haben, nichts Böses zwar, nur Aufmerksames aus dem Leben…” Vorlesungen waren Fees Sache nicht. Auf der Suche nach dem richtigen Wort fiel sie sich dabei des öfteren selbst ins Wort.

Schwarz weiß Foto von mehreren Personen während sie draußen an einem Tisch sitzen

Treffen an der Damra, 1971. Foto: Monika von Boch

Der enge Kontakt mit bildenden Künstlern hielt über alle Zeit und Entfernung hinweg. Verstärkt, als 1971 an der Damra das internationale Steinbildhauersymposion eröffnet wurde, und Kornbrust, 1978 bis 1994 Professor für Bildhauerei in München, seine Schüler für sich gewann. Das Ehepaar wohnte während der Semester in der Lothringer Straße. ZITAT

Die Damra war nicht nur ein Ort der Erholung und Geselligkeit. Der rege Austausch mit den Künstlern in Gesprächen und unermüdlichen Diskussionen hat zu den Künstlerbüchern Frischmuths geführt, die in Zusammenarbeit mit ihren engsten Freunden entstanden. So wenig wie die Texte von Frischmuth Begleittexte zur Kunst sind, so wenig sind die Bilder Illustrationen zum Text. Wort und Bild sind selbständig, ergänzen sich dennoch.

Felicitas Frischmuth starb nach langer Krankheit, bis zuletzt gut versorgt, „der letzte Garten ist das Grab …“ (GO)

Foto der Autorin als sie auf dem Altstadtfest etwas vorliest

Lesung von Felicitas Frischmuth beim Saarbrücker Altstadtfest, 70er Jahren. Foto: Raymond Odermatt

Zu Hause an der Damra