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Decimus Magnus Ausonius

geb. um 310 in Burdigala (Bordeaux), gest. 393 oder 394 ebendort

Gallo-römischer Dichter, seit ca. 365 als Prinzenerzieher in Trier. Lieferte 375 in seiner in Versform gehaltenen Reisebeschreibung „Mosella“ (Die Mosel) die erste Erwähnung der Saar.

Ausonius redet die Mosel an und erwähnt auch die unzähligen Flüsse, die sich in die Mosel ergießen und sich beeilen, „in dir ihre Namen aufzugeben“:

„Ich übergehe die kleine Lieser und die schmale Drohn, auch die wenig anziehenden Wasser der Salm erwähne ich nicht: die durch ihren brausenden Wogenschwall schiffbare Saar ruft mich schon lange (und winkt mir) mit ihrem ganzen Gewand, die auf eine weite Strecke ihren Flußlauf hinzog, um ermattet unter den kaiserlichen Mauern die mündenden Wasser zu wälzen, und nicht kleiner als diese, die befruchtende Alzette, die verschwiegen über fette Böden gleitend an fruchtbaren Ufern entlangfließt.“

Verse 365-371. Übersetzung aus: D. Magnus Ausonius: Mosella. Kritische Ausgabe, Übersetzung, Kommentar. Berlin/Boston 2013 (RP)