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Curt Seibert

geb. 12. Febr. 1898 in Saarbrücken, gest. 12. April 1975 in Berlin

Der Sohn der bekannten Romanschriftstellerin Liesbet Dill betätigt sich als Verfasser humoristischer Literatur.

Buchcover des Buches "Der Lazarettgehilfe Neumann"Curt Seibert ist Offizier, nach einer schweren Kriegsverletzung 1919 studiert er Literatur und Volkswirtschaft und arbeitet als freiberuflicher Journalist und Schriftsteller, dann als Redakteur (1929-33 Chefredakteur „Wolffs Telegraphisches Bureau“). Er entdeckt seine Liebe zum Theater und beginnt Lustspiele zu schreiben. Sein Erzähltalent wendet er aufs Verfassen humoristischer Kurzgeschichten und Witz- und Anekdotensammlungen („Der Lazarettgehilfe Neumann“, 1953; „Die Tafelrunde – Naturgeschichte des Witzes“, 1957) sowie von Kriminalromanen („Totenstille im Schloss“, 1974) und ist dabei recht erfolgreich. In Verlagstexten wird er auch noch in 1950er Jahren als „Sohn der bekannten Romanschriftstellerin Liesbet Dill“ apostrophiert, auch in seinen Texten bezieht er sich gelegentlich auf seine Mutter.)

Curt Seibert ist der älteste von zwei Söhnen aus der von den Eltern arrangierten Ehe von Liesbet Dill mit dem Juristen Eduard Gustav Seibert; er kommt in der Saarbrücker Kanalstraße zur Welt. „Doch die Ehe mit den im deutschen Kaiserreich als obligatorisch geltenden Hausfrauen- und Mutterpflichten schien der lebenslustigen, literatur- und kunstinteressierten Amtsrichtergattin wenig zu behagen.“ (Karin Eckel). Sie verlässt wenige Monate nach der Geburt ihres Sohnes Klaus (Juni 1902) Mann und Kinder aus Liebe zu dem Stabsarzt Wilhelm von Drigalski, den sie 1905 heiratet. Der Vater erzählt den Söhnen, die Mutter sei gestorben. Die Enkel haben Helmut Lissman für sein Buch über Liesbet Dill erzählt, die Großmutter habe keine sehr mütterliche Ausstrahlung gehabt und mit Kleinkindern nicht viel anfangen können; ihr 1920 zuerst erschienenes, 1943 wiederaufgelegtes „Tagebuch einer Mutter“ habe deshalb in der Familie spöttische Bemerkungen hervorgerufen. Zu den Söhnen aus erster Ehe habe offenbar über viele Jahre kein Kontakt bestanden. Aber: Nachdem Liesbet Dill in den 1920er Jahren in Saarbrücken eine Filmgesellschaft gegründet hat, nimmt sie zusammen mit Sohn Curt die Verfilmung ihrer Romane „Virago“, „Lolotte“ und „Die Spionin“ in Angriff; fertig gestellt wird nur der „Lolotte“-Film. (RP)