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Edith Braun

geb. als Edith Herrmann am 7. August 1921 in Saarbrücken-Malstatt, gest. 14. Okt. 2016 in Saarbrücken-Dudweiler

Foto von der Autorin auf dem Sofa

Foto: Oliver Dietze

Sprachwissenschaftlerin, die Fachfrau für saarländische Mundarten, Autorin.

1940 Abitur am Augusta-Viktoria-Lyzeum in Saarbrücken, Studium der Rechtswissenschaften in München, ab 1944 in Prag. Verpflichtung zum Schwesterndienst in Lazarett, in tschechischer, dann sowjetischer Gefangenschaft, 1945 Flucht aus Prag. Ab 1946 in Saarbrücken, 1947 Ehe mit Alfred Braun (gestorben 1976), eine Tochter (gestorben 2016).

Mit 50 Jahren 1971 am Dolmetscher-Institut der Universität des Saarlandes Russisch- und Englisch-Studium, 1976 Diplom-Übersetzerin, 1988 Dr. phil. mit Arbeit über Saarbrücker Mundart.

Seit 1981 schriftstellerische Tätigkeit. Beschäftigung mit saarländischer Mundart sowohl wissenschaftlich (Mundartwörterbücher, zum Teil gemeinsam mit Max Mangold) als auch publizistisch sowie mit eigenen Texten und Nachdichtungen („Der saarländische Struwwelpeter“). 1991 – 1999 Moderation der „Mundart-Werkstatt“ auf SR 3 (zusammen mit Manfred Spoo). Zwanzig Jahre lang, bis August 2016, wöchentliche Mundart-Glosse in der „Saarbrücker Zeitung“.

Buchcover "In Alters Frische"

Umstritten ist ihre Publikation „Geheimsache Max und Moritz“ (2005), in der sie die These aufstellt, Wilhelm Buschs Bubenstreiche seien in Wahrheit eine hintersinnige Satire um die politischen Ereignisse in Deutschland 1848.

2006 für „ihre langjährigen und vielfältig erbrachten publizistischen und wissenschaftlichen Leistungen zur Pflege der Mundarten der Saargegend“ mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. ZITAT

Den literarischen Nachlass von Edith Braun haben die Erben 2017 dem Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass übergeben. (RP)