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Bernd Philippi

geb. 20. Juli 1943 in Siersburg (heute Rehlingen-Siersburg)

Portraitaufnahme

Foto: Privat

Bernd Philippi ist ein Autor, der sich in erster Linie durch seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen definiert, der parallel dazu aber auch Gedichte und literarische Prosa schreibt und im saarländischen Literaturbetrieb immer wieder Funktionen wahrnimmt.
Studium zuerst der Theologie und Philosophie in Walberg/Bonn, dann der Philosophie und Literaturwissenschaft in Erlangen und Saarbrücken. 1974 Magisterexamen in Erlangen: „Probleme der Lyrik – heute“. Ab 1976 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Institut der Universität des Saarlandes, dort 1977 bis 1980 Forschungsassistent im Projekt „Wissenschaftssprache in Kunst- und Literaturwissenschaft“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Seitdem neben der Literatur Interesse für Probleme der Gegenwartskunst. Praktische und theoretische Beschäftigung mit Fragen der Bild-Text-Beziehung, unter anderem in der Mail Art. Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern und Beschäftigung mit Fotografie. Ab 1983 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staatlichen Landesbildstelle Saarland, später Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM). Fachübersetzungen aus dem Englischen für den Suhrkamp-Verlag.

Zusammen mit Dirk Bubel und Bernd Schreiber gibt Bernd Philippi die Zeitschrift „Versuche“ (1975-1981) heraus, die in Saarbrücken erscheint. Die „Versuche“ verstehen sich als Alternative zu den etablierten Literaturzeitschriften, bringen Literatur und Bildende Kunst sowie Literatur und Literaturtheorie zusammen. Die Zeitschrift ist ein sehr ehrgeiziges Unternehmen. „Die Vorstellung junger Autoren und Künstler von außerhalb sollte die saarländische Literatur- und Kunstszene ‚befruchten‘, die saarländischen Autor(inn)en sollten aufgrund des bundesweiten Vertriebs außerhalb des Ländchens bekannt gemacht werden.“ 1981 führen „mangelnder Absatz, fehlende Vertriebskanäle etc.“ (Bernd Schreiber) zur Einstellung des Projekts.
1979 führen die Herausgeber in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Saarbrücken die Plakataktion „Lyrischer März“ durch, 1980 gibt es eine Wiederholung unter dem Titel „Aktion Lyrik“.

Auch nach dem Ende der „Versuche“ arbeitet Bernd Philippi mit dem saarländischen Mail-Art-Künstler Aloys Ohlmann (1938-2013) zusammen, schreibt Texte zu Bildern von Ohlmann und schreibt über ihn und über Mail-Art allgemein. Im Rahmen seiner Tätigkeit für das LPM erstellt Philippi kunstpädagogische Editionen, etwa zum Bildhauersymposion „Steine an er Grenze“. Verschiedentlich wirkt Bernd Philippi mit an Publikationen des Saarländischen Schriftstellerverbandes (VS Saar). Ein paar Jahre lang arbeitet er mit im Lektorat von „topicana“, der Buchreihe, die das Künstlerhaus in Kooperation mit dem Saarländischen Schriftstellerverband herausgibt.
Zusammen mit Gerhard Tänzer hat Bernd Philippi eine Auswahl aus dem Gedichtband „Schönes Blumenfeld“ des aus Limbach stammenden Barockdichters Theobald Hock herausgegeben.
Bernd Philippi lebt und arbeitet in Völklingen. (RP)