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Bernd Nixdorf

geb. 21. April 1961 in Saarbrücken

Sepia Foto wie der Autor auf einem Sofa sitzt und raucht

Foto: Kerstin Krämer

Bernd Nixdorf hat sich durch unterhaltsame „Tatort“-Parodien im Saarland einen Namen gemacht.

Studium der Philosophie und Psychologie („erfolgreich abgebrochen“). 1993 bringt Bernd Nixdorf sein erstes Buch heraus, in Drehbuchform und mit Mundartdialogen, eine Parodie auf die Fernseh-„Tatorte“ des Saarländischen Rundfunks (1995 als Hörspiel des SR, mit Jochen Senf und Gregor Weber). Der Titel „Salli Palli“ ist eine Anspielung auf „Salü Palu“ (1988), den ersten „Tatort“ mit Jochen Senf als Kommissar Palu. Im Jahr 2000 veröffentlicht Nixdorf einen Internet-Fortsetzungskrimi: „Damals war sowas neu“, sagt er zu Recht. Es folgen, was er auf der Homepage des VS Saar „10 Sabbatjahre“ nennt. Seit 2011 schreibt er wieder Erzählungen. Und 2016 wartet er mit der Fortsetzung der „Tatort“-Parodie auf. Schauplätze z.B.: Fechinger Talbrücke, Alte Post Saarbrücken Triererstraße, ehemaliges Kultusministerium.

2018 wechselt Bernd Nixdorf ins seriöse Fach und legt seinen ersten Roman (oder jedenfalls ein zusammenhängendes Prosawerk) vor. Der Titel „Eine intime Vertraute“ ist ein Kierkegaard-Zitat, mit dem der dänische Philosoph die Schwermut meint. Nixdorf Text, obwohl von psychischer Randsituation handelnd, strahlt allerdings nicht Schwermut aus, sondern hält sich im Schwebezustand von Ernst und Ironie. Es sind Notizen eines Patienten der Psychiatrie auf dem Saarbrücker Sonnenberg, der einen Suizidversuch hinter sich hat (oder hat er den nur halluziniert und alles war ganz anders?). Was tagebuchartig daherkommt, ist in Wahrheit ein raffiniertes Spiel von wiederkehrenden Motiven und sprachlichen Zuspitzungen samt Reflexionen über letzte Dinge, nach dem Motto: „Meine Gedanken sind ernst und tief, wenn auch wirr.“ Das Buch ist voll von bildhaften Beobachtungen, z.B. über eine Ärztin (oder ist sie selber Patientin?): „(…) der offene weiße Kittel hinter ihr her wehend wie Pulverdampf nach dem Abfeuern einer Feldhaubitze.“ Und auch in den lakonischen Dialogen erkennt man, dass dem Autor der Witz noch nicht ausgegangen ist.

Bernd Nixdorf arbeitet beim Saarländischen Künstlerhaus und ist Redakteur und Vorstandsmitglied bei den „Saarbrücker Heften“ und seit 2014 Vorstandsmitglied im Saarländischen Schriftstellerverband. (RP)