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Saarlouis-Roden

 

Roden ist mit heute rund 8400 Einwohnern der größte Stadtteil von Saarlouis. Die Vereinigung beider Orte erfolgte 1907. Dadurch stieg die Bevölkerungszahl von Saarlouis um mehr als das Doppelte, und die Gemarkungsfläche erweiterte sich von 221 auf 1227 Hektar. Mit dieser Eingemeindung erreichte Saarlouis, dass der Bahnhof an der Saarstrecke von Fraulautern nach Roden und damit nach Saarlouis verlegt wurde.

Roden liegt auf der rechten Saarseite und grenzt an die Dillinger Hütte. Der Saarhafen Saarlouis/Dillingen, der wichtigste Hafen an der Saar, liegt auf Rodener Gebiet.

Roden, das schon im 9. Jahrhundert besiedelt war, wird urkundlich erstmals 995 erwähnt. Im 19. und 20. Jahrhundert entstanden in dem landwirtschaftlich geprägten Ort zahlreiche Industriebetriebe, darunter die Ford-Werke und weitere Zuliefererbetriebe der Automobilindustrie. Roden war aber auch immer Wohnort der Industriearbeiter und ihrer Familien.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren große Teile Rodens, durch das der Westwall verlief, zerstört, darunter auch die erst 1901 errichtete prächtige Kirche. Der Stadtteil wurde wiederaufgebaut. Auf Rodener und Fraulauterner Gemarkung entstand 1967 der Saarlouiser Stadtteil Steinrausch.

Roden ist der Geburtsort von Nikolaus Fox, der durch seine „Saarländische Volkskunde“ (1927) bekannt ist. Promoviert hat Fox über „Die Mundart des Ortes Roden“.

Aus Roden stammt, hier lebte und starb Erich Hewer, ein Polizeibeamter, der sich zunächst der Kunstmalerei widmete und dann als Schriftsteller vor allem Hörspiele und Mundarttexte in seiner Rodener Mundart schrieb.

In den 2017 herausgegebenen Lebensbildern Rodener Persönlichkeiten werden mehrere Heimatdichter gewürdigt, unter den „Sternen über Roden“ (so der Buchtitel) fehlt allerdings der saarländische Kunstpreisträger Alfred Gulden. Der ist zwar in Saarlouis geboren, er hat aber in seinen Mundartgedichten den Dialekt aus dem Heimatdorf seiner Mutter literaturfähig gemacht. Zahlreiche Gedichtbände, Tonträger und Filme Guldens in Rodener Dialekt sind seit Mitte der 1970er Jahre erschienen. Er charakterisiert diesen Dialekt als „auf der Grenzlinie zwischen Moselfränkisch, Rheinfränkisch und Lothringisch-Französisch“.

Alfred Gulden hat als Heranwachsender ein paar Jahre im Haus seiner Eltern in Roden gewohnt. Mehrfach thematisiert er den übriggebliebenen Westwall-Führungsbunker im Garten des Hauses („grass driwa wassen losen bis / zum näkschden kre-ich?“). Roden ist für Gulden ein „Nest“ im doppelten Sinn: ein Kaff, aber auch ein Stück Heimat. Er assoziiert damit „Wärme, Enge, Nähe, Geborgenheit, Sicherheit, aber auch das eigene Nest beschmutzen, Kuckuckseier, Beengtsein, Beschränktheit, Mief“: „Auch wenn das Nest zwischen Gruben, Hüttenwerken und deren Dreck liegt – ‚dahäm eset doch ema am scheenschden.“ Allerdings stellt er schon 1975 fest: „Wohneinheiten, die nicht ein- und angewachsen sind, sondern von heute auf morgen angeklebt wurden, die nicht mehr Oden sind und auch nicht als Nest empfunden und verstanden werden, haben mit ihrer überall gleichen Regelmäßigkeit begonnen, ein Eigenleben zu führen.“ (Nachwort zu „Lou mol lol o laida“)

Im Gedicht „Oo Roden!“ aus „Da eewich Widdaspruch“ (1978) heißt es: „Zweschen Dräck un Dräck / em geelen Newel / onnam grejnen Licht / em Gesuddels vaam Lembärch / om Baanhòf geschdan, / of de Zuch gewaat, / fo fotsefan / van / dahäm.“

Roden ist im Saarland sprichwörtlich durch den viel- oder nichtssagenden Vierzeiler: „En Roden / do es alles Moden, / do danzen de Doden / of de Kommoden.“ Gulden hat daraus seinen eigenen „Rodena Dodendanz“ gemacht. ZITAT