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Nohfelden-Bosen

 

Der 1979 eingeweihte Bostalsee ist mit 120 Hektar Wasserfläche und attraktiven Angeboten für alle und jeden in und um ihn herum Südwestdeutschlands größtes Freizeitparadies. (Dazu kam 2013 zwischen Gonnesweiler und Eckelhausen ein Ferienpark mit 500 Ferienhäusern!) Um den See führt ein 7 Kilometer langer Weg, der einen Teil des Saarland-Rundwanderweges und der Straße der Skulpturen einbezieht.

Die südliche Schleife des Sees ist Naturschutzgebiet, ein Biotop für Pflanzen und Tiere, eine Oase der Ruhe für Naturliebhaber und Erholungssuchende. Dort haben auch zwei Skulpturen einen guten Platz: Der ”Liebesthron” von Leo Kornbrust (von 1979): Kein Kunstwerk, sondern ein Thron. So wie ein Platz, der benutzt wird. (Der Stein ist begehbar.) In Nähe des Römerhofes der Stein des Polen und Juden Shelomo Selinger (von 1980): …Nun lauschte ich seinem Rhythmus ohne den anfänglichen Vorstellungen zu folgen: in diesem Dialog wurde ich sein Partner… Vom Hammerschlag begleitet sang ich das “Requiem für die Juden” (in einem Brief an „Herrn Kornbrust“ vom 19.3.83).

Das Kunstzentrum Bosener Mühle am “Nordhafen” des Sees war ursprünglich eine Getreidemühle. 1931 außer Betrieb gekommen und mehrfach vergrößert, erwarb sie 1972 der Landkreis und baute sie zu einem Kunstzentrum aus. Jährlich sind hier Bildhauer, Maler, Schriftsteller und Musiker zu längerem Aufenthalt geladen.

1992 kam das “Mundartsymposium Bosener Mühle” zustande. Aus allen deutschsprachigen Regionen finden sich hier für eine Woche Mundartdichter zum Austausch (und eben auch zum Dichten) ein.

Aus dem Mundartsymposion ging 2000 die ”Bosener Gruppe” hervor, ein Kolloquium rhein-und moselfränkischer Autoren. (Die Sprachgrenze verläuft quer durch das Saarland.) Letztendlich wird ab 2007 alle zwei Jahre der Saarländische Mundartpreis in Prosa, Lyrik und Kurztext ausgeschrieben und in der “Mühle” verliehen.

Das 25jährige Jubiläum des “Mundartsymposiums” wurde denn auch 2017, zusammen mit dem Saarländischen Rundfunk (SR3 Saarlandwelle) entsprechend gewürdigt und gefeiert. Programmchef von SR3 Stefan Miller: “In Zeiten, in denen Globalisierung und weltweites Netz vielfach zu Entfremdung und Entwurzelung führen, treffen sich hier Menschen, deren Sprache tief verwurzelt ist in Landschaft und kulturellem Erbe… Mundart im Saarland, das ist Geheischnis für die Ohren”.