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Losheim am See-Britten

 

Sicht auf Britten aus Richtung Hausbach. Foto: Inge Plettenberg

Britten ist eine Wohngemeinde am Fuße des Schwarzwälder Hochwaldes. Seit mehr als 2000 Jahren siedeln Menschen in dieser Gegend; heute leben um die 1500 im Ort. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus 1228 im Zusammenhang mit der Aufzählung von Besitztümern des Klosters Mettlach. Wie so viele Gemeinden der Region gehörte auch Britten zum Kurfürstentum Trier, von 1794 bis 1815 zu Frankreich und anschließend zu Preußen. Nach dem Ersten Weltkrieg verblieb der Ort im „Reich“. Die Grenze zum Saargebiet, zugleich Zollgrenze zwischen Deutschland und Frankreich, verlief bei Bachem. 1946 wurde Britten mitsamt dem „Restkreis Wadern“ dem autonomen Saar-Staat zugeschlagen und war von da an eine saarländische Gemeinde. 1974 wurde sie Ortsteil von Losheim am See.

Britten ist umgeben von dichten Wäldern. Ein Wahrzeichen des Dorfes ist die Stechpalme (Ilex), abgebildet in einem Feld des Gemeindewappens. In den umliegenden Wäldern finden sich ausgedehnte Bestände alter Ilex-Bäume, und um die das „Unterdorf“ beherrschende Pfarrkirche Sankt Wendalinus herum wächst, so heißt es jedenfalls, „das größte und geschlossenste Ilex-Vorkommen im linksrheinischen Gebiet“. Land-und Forstwirtschaft sind längst nicht mehr die vorherrschenden Einkommensquellen für die Brittener Bevölkerung.  Die meisten Leute verdienen heute ihren Lebensunterhalt in der Stahl- und Keramikindustrie und in den mittelständischen Handwerksbetrieben im Ort.

Wohlhabende aus dem ganzen Saarland hatten hier schon immer ihre Jagdhütten und Wochenendhäuser. Der Keramikfabrikant Eugen von Boch gründete hier sein Gut „Britter Hof“. Noch heute ist die Familie von Boch-Galhau mit ihrer ausgedehnten Forstverwaltung in Britten ansässig. Gleichzeitig war und ist die „Mosaikfabrik“, d.h. sind die Keramischen Werke Villeroy & Boch in Mettlach bis heute einer der wichtigsten Arbeitgeber.

Die Gemeinde versucht indessen, sich mit der Schönheit ihrer Natur besonders im Tourismus zu profilieren. Seit 1991 ist sie staatlich anerkannter Erholungsort, seit 1997 „Naturparkdorf“ im Naturpark Saar-Hunsrück.

Literarische Spuren sind auch in Britten hinterlassen worden, aber weder Gedenkplaketten noch Straßenschilder halten sie fest. Maria Croon verlebte in Britten ihren Ruhestand, davon die letzten dreizehn Jahre im Hause Saarstraße 43. In der Nähe hatte Karl Conrath ein Haus, in dem er in seinen letzten Jahren wohnte. Und der Saarbrücker Werner Reinert verdichtete behütete Kinderjahre bei seinem Großvater mütterlicherseits, einem Brittener Bauern und Gastwirt, im Roman „In diesem Land“.