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Losheim am See-Bachem

 

Bachem ist der Geburtsort des Lehrers und Heimatkunde-Autors Matthias Enzweiler. Seinen Namen hat das Dorf anscheinend von fränkischen Siedlern erhalten. Reste steinerner Bauten fanden sich aber schon aus der Römerzeit. Ob der Dorfname entstand, nachdem die Römer fränkische Truppen als Grenzschutz angesiedelt hatten, oder ein paar Jahrhunderte später im Zuge der sogenannten Völkerwanderung, weiß man nicht so genau. Erstmals aktenkundig wurde „Bachheim“ mit seinen damals 13 Bauern um 1250 , als die Mönche von St. Maximin in Trier das Dorf als Teil der Grundherrschaft ihres Klosters auswiesen. Der Name soll auf die vier Bäche zurückgehen, die auf Bachemer Bann entspringen. Einer von ihnen, der Rimlinger Bach, teilte das Dorf, woran sich auch die politische Grenzziehung orientierte.

Im 13. bis 14. Jahrhundert gehörte der Nordteil Bachems zum Kurfürstentum Trier, der Süden zum Herzogtum Lothringen, bzw. zum Kondominium Merzig-Saargau. 1920 bis 1935 verlief bei Bachem die Grenze zwischen dem Saargebiet und dem Deutschen Reich. Bachem war damals „Reich“, und sein Bahnhof, ein Halt der Merzig-Büschfelder Eisenbahn, Grenzbahnhof und Zollstation. Einen Einschnitt in seiner Entwicklung bedeutete auch für Bachem der Dreißigjährige Krieg. 1618 lebten hier nur etwa 80 Einwohner; 1633 soll das Dorf vollständig zerstört und unbewohnt gewesen sein.

Jahrhunderte hindurch lebten die Menschen in Bachem wie in den meisten Nachbardörfern von Ackerbau und Viehzucht, zeitweise auch von der Schafzucht und vom Flachsanbau. Andere lebten vom Handwerk, wieder andere von der Kalkbrennerei. Insgesamt war Bachem in all den Jahrhunderten ein Dorf kleiner und armer Leute. Im Zuge der Industrialisierung suchten die Menschen mehr und mehr ihr Auskommen in den Gruben und Hüttenwerken an Saar, Prims und Blies. Die Landwirtschaft wurde zum Nebenerwerb.

Heute ist Bachem wie die meisten Dörfer dieses Typs eine Wohngemeinde, die zunehmend den (Wander-)Tourismus als Erwerbsquelle nutzt. Ausgedehnte Wälder in der Umgebung bieten dafür gute Voraussetzungen.

Die erste Schule wurde in Bachem 1821 gebaut. Die katholische Pfarrkirche St. Willibrord entstand in ihrer modernen Form erst 1923/24 auf den Fundamenten einer wesentlich älteren Kapelle. Der Kirchenneubau wurde von Dombaumeister Julius Wirtz (1875–1952) geschaffen, einem Sohn des Erbauers der Kirche Herz Jesu in Nunkirchen, Reinhold Wirtz (1842-1898), Dombaumeister zu Trier.

Das Pyramidendach der Kirche wurde nach einem Bombentreffer 1944 flacher gestaltet. Der markante Glockenturm mit seiner abgerundeten Haube kam erst 1951 hinzu; ein Werk der Saarwellinger Architekten Anton Latz und Toni Laub.

Auf der Straßenseite gegenüber, heute Zum Kammerforst 6, steht gelb verputzt das Geburtshaus von Matthias Enzweiler. Als er 1900 als Sohn des Bauern Johann Enzweiler in diesem Haus zur Welt kam, war das Scheunentor noch nicht eckig, sondern rund, und der Außenputz weiß oder grau. Aber wie ein bekannter Reiseführer einmal sagte: Man sieht nur, was man weiß.

Heute ist Bachem bei allen vorhandenen Problemen ein in die Zukunft blickender Ortsteil von Losheim am See. Der Wegweiser aus Holz, der vor dem Geburtshaus den Anfang des Matthias-Enzweiler-Wanderweges kennzeichnete, ist abgebaut worden. An den schreibenden Lehrer, der als Schulrektor in Saarhölzbach starb, erinnert nichts mehr außer seinem Namen auf einem Markierungspfosten des Wanderwegs an der L 374, weitab vom Ortszentrum.