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Eppelborn-Dirmingen

 

Der Ortsteil Dirmingen kann ebenfalls mit einem barocken Kleinod aufwarten: der nach den Plänen des Saarbrücker Hofarchitekten Friedrich Joachim Stengel 1746 umgestalteten evangelischen Kirche. Sie erhielt ein neues Schiff, der romanische Turm wurde um ein Geschoss erhöht.

An der (evangelischen!) Dirminger Volksschule war Ludwig Harig von 1950 bis 1956 als Lehrer tätig, seine erste und gewiss stark prägende Stelle. Er war erfüllt von den Prinzipien der Reformpädagogik, die er an seine Schüler weitergeben wollte, trotz der Behinderungen durch einen reaktionären Rektor. In seinem autobiographischen Roman „Wer mit den Wölfen heult, wird Wolf“ (1996) erinnert er sich an diese frühen Jahre als junger Pädagoge in dörflicher Umgebung, an die umständliche Anreise von Sulzbach aus, zu Fuß über den Bergmannspfad nach Brefeld (Standort der ehemaligen Grube), von dort aus mit dem Zug nach Dirmingen, oft in Begleitung von Kollegin und Freundin Brigitte Gottschall, die er 1957 heiratete. Als er Jahrzehnte später nochmals die Schule aufsuchen will, ist diese längst abgerissen, wie ihm der Hausmeister erläutert – was Harig mit Wehmut erfüllt: „Es war ein wunderbares Haus, ein behäbiges Gebäude mit Walmdach, fast quadratisch im Grundriß, mit sparsam gesetzten Jugendstilelementen ein Schmuckstück des ganzen Dorfes!“

Sein Wirken als Junglehrer muss Harig befriedigt und angespornt haben. Die im Unterricht verfassten Texte bewahrte auf, wovon er später eine Auswahl veröffentlichte: erst bei Hanser in München, dann 1982 in einer von Charly Lehnert illustrierten Lizenzausgabe im Dillinger Queißer Verlag:
„Und sie fliegen über die Berge weit durch die Welt: Aufsätze von Volksschülern, herausgegeben von ihrem Lehrer Ludwig Harig“. Das hübsch gestaltete und mit Liebe zusammengestellte Buch enthält kleine Geschichten seiner Schüler aus Dirmingen und auch Friedrichsthal, wohin Harig1956 gewechselt war. Diese Berufs- und Lebensphase beschreibt und kommentiert Irmgard Rech in ihrem Aufsatz „Der wor e wunnerbarer Lehrer“: Wie Ludwig Harig seine Schüler in Dirmingen und Friedrichsthal nach den Regeln der Reformpädagogik für die bunte Welt begeistert. (In: Ludwig Harig – Aus dem Leben eines Luftkutschers. EntdeckerMagazin 002, 2012, S. 111-116.)

Den Dirminger Jahren widmet sich auch Franz Josef Schäfer in seinem Beitrag „Bezüge zu Dirmingen in der Literatur von Liesbet Dill und Ludwig Harig“.
In: Eppelborner Heimathefte 13 (2007), S. 148-160.