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Blieskastel-Altheim

 

Erstmals als „Altheim“ („altes Heim“, Hinweis auf die Besiedlung seit alters her) 1275 urkundlich erwähnt, bestand der Ort bereits im frühen Mittelalter, wie die Entdeckung eines Gräberfeldes aus der Merowingerzeit nachwies. Die Grafen von Zweibrücken verpfändeten Altheim 1333 an Bitsch; 1570 ging der Ort über an das Herzogtum Lothringen, mit dem er 1766 französisch wurde. Durch Tausch kam Altheim 1781 zum Haus von der Leyen in Blieskastel. Seine Kindheit verbrachte Karl Joseph Schuler (1810-1889) in Altheim. Der Sohn des Bürgermeisters und Notar wurde vor allem von der Idylle des Bickenalbtals geprägt. Seine Naturgedichte waren formal und inhaltlich zunächst eng an Ewald von Kleists „Der Sommer“ angelehnt – dieser Dichter war sein Vorbild. Schuler, der im Brotberuf Richterstellen in verschiedenen Orten der Pfalz innehatte, gab aber später seine strenge Hexameter-Dichtung auf. Über Altheim verfasste er ein Gedicht, in dem an einzelnen Örtlichkeiten Ereignisse und Erlebnisse seiner Kindheit reflektiert. Die Zeit als Schullehrerin in Altheim hat Maria Bauer aus Kusel (1898-1995) in ihrem Buch „Sieben Farben hat der Regenbogen“ (Neustadt 1971) nachgezeichnet. „Ein paar Tage ist Ruhe. Wie sind Niemandsland. Dann, an einem Sonntag – wir haben Türen und Fenster geschlossen – kommt der Sieger: Clairons, Marokkaner, im weißen Burnus, hoch zu Roß, Kanonen, Trommeln, unabsehbare Scharen. Wir bekommen Einquartierung. Der Colonel will mir beweisen, die Pfalz, das linke Rheinufer sei französisch seit Napoleon, seit dem Sonnenkönig. Ich widerlege ihn“, beschreibt sie, wie sie das Ende des Ersten Weltkrieges in Altheim erlebt hat.